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Spitzenklöppeln
Die Geschichte des Spitzenklöppelns
Das Kunsthandwerk des Spitzenklöppelns ist sehr alt.
Wahrscheinlich in Italien aufgekommen, wird es seit Jahrhunderten auch
in Flandern ("Brüsseler Spitze") ausgeübt. Im deutschsprachigen Raum
fand es um die Mitte des 16. Jahrhunderts vor allem Verbreitung im
Erzgebirge, kam von hier nach Böhmen und fand dann durch Dienstboten
und einheiratende Mädchen Eingang in das Oberpfälzer Grenzland.
Als
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch das Aufkommen der
mechanischen Webstühle die Hausweberei zurückging und viele Familien in
Not gerieten, versuchte die bayerische Regierung um 1840 als neue
Heimarbeit das Klöppeln zu verbreiten. Nachdem sich auch der Niedergang
der Glasschleiferei abzeichnete, beschloss man, im Grenzgebiet zwischen
Waldmünchen und Waidhaus staatliche Klöppelschulen zu errichten.
1901
wurde die erste "Königlich Bayerische Klöppelschule" in Stadlern
eröffnet. 1906 kam Schönsee und 1907 Tiefenbach dazu. Frauen aus der
ganzen Umgebung, Mädchen schon vom siebten Lebensjahr an, erhielten nun
Klöppelunterricht. Dieser fand nach dem regulären Schulunterricht
statt. Der Besuch war freiwillig und kostenlos.
Die Schulen wurden
Ausgangs- und Mittelpunkt für Heimarbeit. Es gab kaum ein Haus, in dem
nicht geklöppelt wurde. Der Verkauf der Spitze wurde von den
Klöppelschulen und von hiesigen Händlern organisiert. Die Tageseinnahme
einer Klöpplerin lag bei 1,50 Mark. In den Zeiten des
"Wirtschaftswunders" ließ das Interesse am Spitzenklöppeln allerdings
nach. So wurden die drei staatlichen Schulen in den siebziger Jahren
geschlossen.
In
der Volksschule Schönsee erfolgt seitdem der Klöppelunterricht als
Wahlfach. Für Feriengäste und Einheimische werden mehrmals jährlich
Kurse von der Tourist-Information angeboten.